"Ohne Innovationen wird unsere Landwirtschaft langfristig enorm an Wettbewerbsfähigkeit verlieren und ohne Innovationen werden künftig weniger regional produzierte Lebensmittel in den Supermarktregalen liegen. Das kann nicht das Ziel sein“
Wettbewerbsfähige Landwirtschaft? Nur mit Innovationen!
Die Landwirtschaft in Deutschland benötigt dringend Wirkstoffe, um auch in Zukunft gesunde und bezahlbare Lebensmittel nachhaltig zu produzieren.
Die regionale Herkunft ihrer Lebensmittel ist Verbrauchern wichtig. Für regionale Lebensmittel braucht es jedoch eine wettbewerbsfähige regionale Landwirtschaft. Und genau die könnte auf der Kippe stehen, wenn den Landwirten nicht mehr ausreichend Innovationen zu Verfügung stehen, um ihre Ernten zu schützen und die Erträge zu sichern.
Laut HFFA Research GmbH könnten bis 2030 etwa 30 % der zur Verfügung stehenden Wirkstoffe des chemischen Pflanzenschutzes durch regulatorische Restriktionen verloren gehen. In einer Studie des Instituts im Auftrag der BASF wurde untersucht, welche wirtschaftlichen Auswirkungen dies für die landwirtschaftlichen Betriebe hätte. Dabei wurden ausgewählten Kulturen wie Karotte, Salat, Hopfen, Apfel, Kartoffel, Zwiebel, Wein und Weizen auf landwirtschaftlichen Betrieben unter die Lupe genommen und die Ergebnisse sind eindeutig: Die Wettbewerbsfähigkeit vieler Betriebe würde massiv leiden. Bei den Ackerkulturen könnten die Gewinne im kalkulatorischen Schnitt um zirka 50 %, bei Sonderkulturen um etwa 60 % sinken.
Ein durch regulatorische Restriktionen ausgelöster Wirkstoffverlust könnte somit die Betriebe vor enorme wirtschaftliche Herausforderungen stellen und nicht nur Umstrukturierungen, sondern unter Umständen auch Produktionsaufgaben bedeuten.
Produktionsverluste durch fehlende Wirkstoffe haben zudem Auswirkungen auf den Selbstversorgungsgrad in Deutschland. Dieser ist gerade bei den Kulturen, bei denen den Verbrauchern Regionalität besonders wichtig scheint, schon jetzt gering.
Aber warum wird der Werkzeugkasten für die Landwirte immer kleiner? Die Antwort: Ein Zulassungsstau.
Die Entwicklungspipelines der Agrarunternehmen sind gefüllt, aber während in der EU 83 Wirkstoffe seit 2019 vom Markt genommen wurden, wurde im gleichen Zeitraum kein einziger Wirkstoff zugelassen.
Unser Standpunkt: Eine wettbewerbsfähige Landwirtschaft braucht
- eine gezielte Förderung von Innovationen (Pflanzenschutz, Züchtung, Saatgut, digitale Lösungen) im Pflanzenbau
- ein schnelleres und harmonisiertes europäisches Zulassungssystem (innovationsfreundlich, berechenbar, unbürokratisch – Einhaltung von Fristen!)
- eine stärkere Bewertung regulatorischer Entscheidungen im Spannungsfeld von Ökologie und Versorgungssicherheit
- eine Verschiebung von einer rein Gefahren-basierten Registrierung hin zu einer wissenschaftlichen und Daten-basierten Risikobewertung
- einen langfristig verlässlichen agrarpolitischen Rahmen
Markus Röser
Leiter Kommunikation, Public Affairs & Nachhaltigkeit Nordeuropa bei BASF Agricultural Solutions
Video-Serie "Phillip checkt's"
Es ist fast schon ein „Zauberwort“, wenn es um Lebensmittel geht: „Regionalität“. Doch wie sieht die Realität aus? Landwirt und Agrar-Influencer Phillip Krainbring ist dem Thema auf der Spur. Auf seiner Reise wird deutlich: Wer regionale Lebensmittel möchte, muss deren Produktion ermöglichen. Was Pflanzenschutz damit zu tun hat, zeigt die Video-Serie „Phillip checkt’s“.