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Mit Wachstumsreglern flexibler im Einsatz

BASF hat den weltweit ersten Halmstabilisator für Getreide entwickelt, der bereits 1965 als Wachstumsregler mit dem Wirkstoff Chlormequatchlorid zugelassen wurde. Unter dem Markennamen Cycocel®eingeführt, wird dieser Wachstumsregler – zusammen mit weiteren Chlormequatchlorid-haltigen Mitteln – auch heute noch am häufigsten eingesetzt.

Diese Produktgruppe stellt nach wie vor auch die Basis für die Halmstabilisierung im Getreideanbau dar. Mittlerweile sind noch weitere Wirkstoffe bzw. Produkte in Deutschland eingeführt worden:

  • Ethephon (Camposan® Extra, Cerone® 660),
  • Trinexapac-ethyl (Moddus®, Calma®, Countdown®) sowie
  • Mepiquatchlorid und Prohexadion-Ca ( Medax® Top )

Wachstumsregler: Was passiert in den Pflanzen?

  • Chlormequatchlorid, Mepiquatchlorid, Trinexapac-ethyl und Prohexadion-Ca hemmen die Bildung von Gibberellinen.
  • Das ist die Gruppe von Pflanzenhormonen, die neben den Auxinen entscheidend für das Längenwachstum von Pflanzen ist.
  • Ein geringerer Gehalt an Gibberellinen führt dementsprechend zu gedrungeneren Pflanzen.

Vergleich der Wirkungsweisen von Wachstumsreglern

Zugelassene Wirkstoffe Chlormequatchlorid, Mepiquatchlorid, Trinexapac-etyl und Prohexadion-Ca:

Chlormequatchlorid und Mepiquatchlorid blockieren frühe Schritte in der Gibberellinbiosynthese. Beide Stoffe beginnen bereits bei Tagesdurchschnittstemperaturen ab +5°C zu wirken. Ihre Wirkung hält relativ lange an. Die Wirkstoffe sind einander sowohl in ihren chemischen als auch in ihren biologischen Eigenschaften sehr ähnlich.

Im Gegensatz zu Chlormequatchlorid enthält Mepiquatchlorid kein organisch gebundenes Chlor und ist damit den natürlich vorkommenden Cholinen und Betainen ähnlicher. Diese Substanzen werden von Pflanzen bei Trockenstress in großen Mengen gebildet und können wegen ihrer wasserbindenden Aktivität Schäden an wichtigen Zellbestandteilen vermindern. Durch seine Ähnlichkeit insbesondere zu Pipecolatbetain kann Mepiquat nahezu als Naturstoff gelten.

Trinexapac-ethyl und Prohexadion-Ca hemmen späte Stufen der Gibberellinbildung. Auch bei diesen Wirkstoffen gibt es kleine, aber wichtige Unterschiede: Beide Substanzen müssen, um wirksam zu sein, in Form ihrer freien Säure vorliegen. Beim Kalziumsalz Prohexadion-Ca entsteht die freie Säure Prohexadion unmittelbar beim Auflösen in Wasser. Ein Zusatz von Ammoniumsulfat als Wasserkonditionierer unterstützt diesen Vorgang durch das Binden von Kalziumionen aus Prohexadion-Ca und auch aus dem verwendeten Wasser. Die Wirkung von Prohexadion-Ca beginnt bei Tagesdurchschnittstemperaturen ab +10°C.

Der Ethylester Trinexapac-ethyl muss dagegen zunächst durch Verseifung in der Pflanze in seine Säureform Trinexapac überführt werden. Dies ist ein biochemischer Vorgang. Bei niedrigen Temperaturen oder bei bedecktem Wetter mit geringer Sonnenstrahlung, also bei geringer Stoffwechselintensität, läuft dieser Vorgang daher nur relativ langsam ab. Es kann dann mehrere Tage bis zum Wirkungseintritt von Trinexapac dauern. Beim Einsatz von Trinexapac-ethyl-haltigen Produkten sollten Tagesdurchschnittstemperaturen von mindestens +12- 14°C gegeben sein.*

*Quelle: „Nur nicht umfallen lassen! – Halmstabilisatoren für Getreide zur Absicherung von Ertrags- und Qualitätspotentialen“

Dr. Friederike Dieckmann (geb. Pferdmenges) und Dr. Wilhelm Rademacher

Fazit

Mepiquatchlorid ist bereits bei niedrigen Temperaturen wirksam, und seine Wirkung ist lang anhaltend. Prohexadion-Ca ist sofort bei Applikation pflanzenverfügbar und benötigt keine von äußeren Faktoren abhängige metabolische Aktivierung, um wirksam zu werden. Beide Wirkstoffe sind in Medax® Top enthalten, was es zu einem effektiven und flexibel einsetzbaren Spitzenprodukt bei den Mitteln zur Verminderung des Lagerrisikos bei Getreide macht.

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