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Welche Bedeutung hat die Pilzkrankheit Verticillium in Raps?

Raps ist eine der intensivsten Ackerbaukulturen überhaupt, und das in vielerlei Hinsicht. Kaum eine andere Feldkultur hat in den letzten Jahren eine vergleichbare Entwicklung genommen. Züchterisch hat die Kultur enorme Ertragszuwächse in den letzten Jahren zu verzeichnen, insbesondere durch die Hybridzüchtung.

Bedeutung einer gesunden Abreife

Die Phase der Blüte bis zur Ernte ist für die Ertragsbildung und den späteren Öl-Ertrag entscheidend. Ab der Blüte laufen ent-scheidende Ertragsvorgänge ab und der Ertrag (die Ertrags-struktur) ist noch lange nach der Blüte bis zur Abreife stark von äußeren Einflüssen abhängig. Ab Blühbeginn kommt es darauf an, die Anzahl angelegter und befruchteter Blüten und die daraus resultierende Anzahl Schoten je Trieb und Anzahl Körner je Schote gefüllt zu bekommen und eine gesunde Ab-reife zu gewährleisten. Hierzu gilt es nicht nur, eine sichere und dauerhafte Sklerotinia-Bekämpfung zu gewährleisten, sondern es ist auch entscheidend, dass der Raps so gut wie möglich bis zum Einsetzen der genetisch bedingten Abreife vital gehalten wird. Nur so können volle Schoten mit hohem TKG ausgebildet werden, ungestört Assimilate und Nährstoffe bis zur Ernte in den Rapskörnern eingelagert werden und der anvisierte Öl-Ertrag realisiert werden.

Zweifellos ist das Ziel der Blütenanwendung indikationsbedingt die Bekämpfung von Blütenkrankheiten, insbesondere von Sklerotinia und in der Folge die Absicherung des Rapsund Öl-Ertrags. Hierbei ist die Erwartungshaltung des Praktikers hoch. Die Rapsanbauer entscheiden sich in den meisten Fällen für Fungizide mit breiter Wirkung, einer hohen Verlässlichkeit und einer langen Dauerwirkung. Auch das Kriterium der Bienenungefährlichkeit in Mischungen mit Insektiziden spielt bei der Kaufentscheidung von Rapsanbauern eine große Rolle.

Sclerotinia sclerotiorum (Weißstängeligkeit) ist zweifelsohne die wichtigste Zielkrankheit. Und dies zu Recht. Fehlende bzw. nicht ausreichende Bekämpfung kostet Ertrag und Geld. Bei mittlerem (10 bis 30 %) bzw. schwerem (> 30 %) Befall konnte eine Blütenanwendung mit Cantus® Gold im Zeitraum 2008 bis 2018 zwischen 9 % und 12 % Ertragsverlust vermeiden. Bei 42,7 dt/ha Kornertrag in Raps ohne Blütenbehandlung und bei einem Rapspreis von 35 €/dt ermöglichte die Blütenanwendung 68 € bzw. 115 €/ha kostenbereinigten Mehrerlös.

Zwei von drei Rapsanbauern bewerten die Blütenanwendung auch aufgrund der erhöhten Vitalität und des dadurch gestärkten Rapswachstums sowie der erhöhten Schotenplatzfestigkeit. als sehr positiv, um durch gesunde Abreife und einen verlustarmen Drusch den wirtschaftlichen Höchstertrag zu realisieren.

Die Vorteile der Blütenanwendung durch Wirkung auf andere Pilzkrankheiten (z. B. Alternaria, Verticillium, Botrytis) und positive physiologische Effekte (z. B. Stressabwehr, Schotenplatzfestigkeit) konnten in mehrjährigen Versuchen mit Cantus® Gold bei Befallsfreiheit bis < 2 % Sklerotinia-Befall beobachtet werden. Im Zeitraum 2008 bis 2018 konnte ein durchschnittlicher Mehrertrag von 1,3 dt/ha durch eine Behandlung in BBCH 63 – 65 erzielt werden. So wie auf der Pflanzenschutztagung in Stuttgart im September 2018 berichtet, kann der bodenbürtige Verticillium-Pilz sich in bereits infizierten und somit stressgeschwächten Raps-Beständen schneller ausbreiten, die Leitungsbahnen der Pflanzen verstopfen und somit die Assimilation und Einlagerung in die Schoten und Rapskörner verringern bzw. unterbrechen. Die Folge ist eine krankhafte, vorzeitige Abreife und ein damit einhergehender Ertragsverlust.

Verticillium longisporum (Rapswelke, Stängelstreifigkeit) ist als wirtschaftlich bedeutende Krankheit in Winterraps in Deutschland bekannt. Hauptsächlich in Betrieben mit langjährigem Rapsanbau und enger Fruchtfolge (3 – 4 Jahre) wird seit Jahren über Spätschäden durch Verticillium und Phoma lingam in der Abreife des Rapses (= krankhafte Abreife) berichtet. In betroffenen Betrieben und Befallsjahren kann der Rapsertrag um 5 bis 15 dt/ha reduziert werden.

Die Erstinfektion findet im Keimlingsstadium statt. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Erregers in der Rapspflanze ist bestimmend für die Schadwirkung auf den Ertrag.

Biologie und Ausbreitung:

Verticillium longisporum ist ein bodenbürtiges, auf Kruziferen spezialisiertes Pathogen. Das Inokulum kommt über Ernterückstände in den Boden und liegt als Mikrosklerotien (Überdauerungsorgane auf der Wurzel- und Stängeloberfläche sowie im Gewebe) vor. Die Mikrosklerotien können 8 Jahre und länger überdauern. Durch Wurzelausscheidungen der Wirtspflanzen werden die Mikrosklerotien (Dauerorgane) von Verticillium zur Keimung stimuliert. Die Ausbreitung (Besiedlung) von Verticillium in der Rapspflanze (Wirtspflanze) läuft in drei Phasen ab.

Symptome und Schadwirkung des Verticilliums-Pilzes

Bis 2 – 4 Wochen vor der Ernte freut man sich noch über den prächtigen Raps. Im weiteren Verlauf bis zur Reife fallen dann von Tag zu Tag mehr „welke“ Pflanzen im Bestand auf, wissentlich dass es sich nicht um Sklerotinia handelt. Halbseitig absterbende Blätter sind in starken Befallsjahren schon ab Anfang/Mitte Juni zu erkennen. Die Pflanzen sterben bei einem relativ gesunden Wurzelhals (keine Phoma- Wurzelhalsfäule) einfach ab. Die Stängel sind stark furchig, sehr dünn und die gesamte Pflanze ist bis zur Wurzel stark eingetrocknet. Betroffene Pflanzen lassen sich kurz vor der Ernte ohne besonderen Kraftaufwand komplett aus dem Boden ziehen, wobei sich die Wurzelhaut komplett abschält. Befallene Rapspflanzen altern früher und reifen schnell ab (krankhafte Abreife). Demnach kommt es zu einem vorzeitigen Absterben der Pflanzen mit kleinerem TKG und einem daraus resultierenden geringeren Kornertrag. In der Folge führen parasitäres Lager, Stängelbruch und Schwächepilze an den Schoten zu weiteren Ernteverlusten. Ganz grob kann man diesen Komplex mit der „Schwarzbeinigkeit“ und dem „Halmbruch“ im Getreide vergleichen.

Das Auftreten wird durch wiederholten Anbau von kruziferen Wirtspflanzen wie Winterraps auf derselben Fläche begünstigt. Aber auch der Anbau von anderen kruziferen Wirtspflanzen wie Zwischenfrüchten (Senf, Ölrettich) und unzureichend bekämpften kruziferen Unkräutern und Ausfallraps begünstigt die stärkere Anreicherung des Pilzes im Boden. Auch eine längere Vegetationszeit des Rapses fördert die Ausbreitung von Verticillium. Unter diesen Bedingungen kann sich das Inokulum bereits nach einer Woche und der sichtbarere Befall in der Stoppelbonitur nach 2 Wochen längerer Standzeit des Rapses verdoppeln.

Gegen Verticillium hilft langfristig nur ein integriertes Konzept aus verschiedenen nachhaltigen Maßnahmen. Es gibt keine einzelne durchschlagende Maßnahme bzw. nur mind. 8 Jahre Anbaupause.

Vorbeugende Maßnahmen

  • Weite Anbauabstände um das Infektionspotenzial des Bodens zu senken
  • Sehr frühe, mehrmalige Ausfallrapsbekämpfung
    bis zur Weizensaat
  • Keine Kreuzblütler in Zwischenfrucht-Mischungen
  • Saubere frühe Bekämpfung von Kreuzblütlern in
    anderen Fruchtfolgefrüchten

Hemmung des Pilzes in der Rapspflanze

  • Sortenwahl mit Verticillium-toleranterer Sorte;
    z. B. neue BASF-Rapssorte InVigor® InV1035;
    ➞ Reduzierung der Befallshäufigkeit zur Ernte um absolut
    5 – 10 %
  • Guter integrierter Insektizideinsatz im Herbst und
    Frühjahr gegen Rapserdfloh und Stängelschädlinge zur
    Gesunderhaltung. Mit der Hoffnung auf passende Insektizide.
  • Kalkstickstoff zur Saat
    (2,5 dt/ha Vorsaateinarbeitung; DüV beachten) hat einen reduzierenden Effekt. Mehrjährige produktionstechnische BASF-Versuche aus 2014 bis 2016 zeigten hier eine Reduktion um 6 % kranker Stängel (von 40 % auf 34 %) und einen Mehrertrag von 1,4 dt/ha.
  • Fungizideinsatz
    Langjährige BASF-Versuchserfahrungen zeigen, dass das Wachstum des Verticillium-Pilzes durch die Herbst/Frühjahrsanwendung und vor allem durch die Blütenanwendung gehemmt wird. Dadurch kommt es zu einer verzögerten Befallsentwicklung in der Pflanze und somit zu weniger Schaden.

Der sichtbare Befall in der Stoppelbonitur, ausgedrückt in „% grüner Stängel“, ließ sich in Versuchen ohne Auswinterung und Auftreten von Sklerotinia im Zeitraum 2015 bis 2018 durch Carax® im Herbst um 6 % bzw. durch die Herbst- und Frühjahrsanwendung um 11 % erhöhen. Die zusätzliche Cantus® Gold-Anwendung in der Blüte (BBCH 61/65) in 2015 bis 2018 erzielte eine weitere deutliche Erhöhung des Anteils grüner Stängel um 23 %, in Einzelfällen sogar bis zu 75 %

Neben einem sicheren Schutz in der Blüte gegen den Hauptkrankheitserreger Sklerotinia ist auch die bestmögliche Ertragsabsicherung im Zeitraum nach der Blüte bis zur Abreife und Ernte erforderlich. Nur so können die Rapspflanzen nach der Blüte bis zur Abreife ungestört assimilieren und bis kurz vor der Ernte Assimilate und Nährstoffe in die Schoten eingelagert und letztendlich in die Rapskörner verteilt werden.

Verringerter Niederschlag ab der Vollblüte, in Kombination mit höheren Temperaturen (wie z. B. in 2018), führt in infizierten Rapspflanzen mit schwächerem Wurzelsystem zu Trockenstress und stärkerem Ertragsschaden, vergleichbar etwa mit dem Schadmaß der Schwarzbeinigkeit in Getreide.

In Anbetracht des Trends zum Anbau von Rapssorten mit zunehmender Reifezeitverzögerung des Strohs und der Ungewissheit, ob es Trockenperioden geben wird, muss der Raps so lange wie möglich vital gehalten werden, sodass er am Ende normal und nicht krankheits- bzw. stressbedingt abreifen kann. Eine Indikationszulassung für ein Fungizid gegen Verticillium gibt es aktuell nicht. Gute mehrjährige Erfahrungen in der Reduktion/ Verzögerung In der Stoppelbonitur „% krankhafte Abreife“ ab 2015 konnte der Vorteil der Blütenanwendung durch die Bewertung „% krankhafte Abreife des Rapsstoppels“ klar herausgearbeitet werden.des Verticillium-Befalls werden mit einer Cantus® Gold-Behandlung gegen Sklerotinia erzielt.

Raps, behandelt mit Cantus® Gold ab Blühbeginn, zeigte in der Stoppelbonitur im Zeitraum 2015 bis 2018 weniger krankhafte Stängel bzw. einen höheren Anteil grüner Stängel. Eine stärkere Reduzierung der krankhaften Abreife bzw. ein höherer Anteil grüner Stängel führen zu einem höheren Ertragsplus (siehe Grafik oben). Das Ertragsplus im Durchschnitt der 4 Jahre war + 2,6 dt/ha. Im Einzelfall sogar bis + 6,4 dt/ha. Die Ergebnisse, aufgearbeitet für die Einzeljahre, zeigten ein Ertragsplus in jedem Jahr. Das Ertragsplus durch den Beitrag von Cantus® Gold in der Blüte gegen Verticillium, variierte zwischen 1,4 dt/ha (2018) und 4,2 dt/ha (2016) (siehe Grafik unten).

Fazit

Natürlich bilden Sklerotina-Infektionen in den meistens Rapsschlägen nach wie vor das größte Risiko von massiven Ertragsverlusten und wirtschaftlichen Schäden. Hier zeigt Cantus® Gold seit Jahren seine Spitzenstellung in Wirkung, Ertrag und Wirtschaftlichkeit. Mehrjährige Versuche mit dem Blütenfungizid Cantus® Gold im Zeitraum 2008 bis 2018 zeigen über die Jahre einen Mehrertrag von + 3,1 dt/ha (um 7,2 %). Eine gute und breite Krankheitsbekämpfung plus positive physiologische Effekte erzielen diese Mehrerträge.

Rapsanbauer schätzen auch sehr, dass Cantus® Gold bienenungefährlich (B4) ist und flexibel mit allen Insektiziden gemischt werden kann, ohne eine Verschlechterung der Bieneneinstufung des Insektizids. In langjährigen engen Rapsfruchtfolgen begrenzt auch die krankhafte Abreife die Rapserträge. Neben Phoma ist der Verticillium-Pilz stark an diesem Komplex der krankhaften Abreife beteiligt. Standorte mit Stressfaktoren, wie längerer Staunässe, Trockenheit oder höheren Tagestemperaturen erhöhen die Schadwirkung dieses Pilzes. Rapsprofis wissen, dass man auf „jungfräulichen Rapsäckern“ je nach Jahr locker 5 – 15 dt/ha mehr erntet, und dies auch ohne erhöhten Aufwand.

Um Verticillium in der Schadwirkung zu begrenzen, hilft langfristig nur ein integriertes Konzept aus verschiedenen nachhaltigen Maßnahmen. Es wird wegen der Besonderheiten des Pilzes nicht möglich sein, seine Schadwirkung komplett auszuschalten. Wie bei vielen Pilzkrankheiten gilt es, den Schaden wirtschaftlich durch vorbeugende Maßnahmen und Hemmung der Ausbreitung des Pilzes in der Rapspflanze zu begrenzen.

Vorbeugende Maßnahmen zielen auf die Reduzierung des Bodeninokulums und des Infektionspotenzials im Boden durch weitere Anbauabstände, Vermeidung von kruziferen Wirtspflanzen wie kruziferen Zwischenfrüchten, Altraps und saubere Kreuzblütlerbekämpfung (in den Vorfrüchten). Die Hemmung des Pilzes vor der Infektion bzw. in der Rapspflanze kann durch Sortenwahl einer Verticillium-toleranteren Sorte wie die neue BASF-Sorte InVigor® InV1035, durch guten integrierten Insektizideinsatz im Herbst und Frühjahr, Einsatz von Kalkstickstoff zur Saat sowie intensiven Fungizideinsatz erzielt werden.

Langjährige BASF-Versuchserfahrungen zeigen, dass die Herbst- und Frühjahrsfungizid-Behandlung mit Carax® durchschnittlich eine Reduzierung der krankhaften Abreife bei der Stoppelbonitur um 11 % bringt. Die Folgeanwendung von Cantus® Gold in der Blüte erzielt eine zusätzliche, signifikante Reduzierung der krankhaften Abreife durch Verticillium um 23 % und ein durchschnittliches Ertragsplus von + 2,6 dt/ha und im Einzelfall bis zu 6,4 dt/ha. Die höheren Mehrerträge und hohe Wirtschaftlichkeit durch eine Cantus ® Gold-Behandlung in BBCH 61/65 beruhen auf einer Reduktion/Verzögerung des Verticillium-Befalls als Folge der erhöhten Vitalität und Stressabwehr.

Die Blütenanwendung ist somit eine sehr sinnvolle und wirtschaftliche Maßnahme und sichert Ihre vorher getätigten Investitionen gegen Sklerotinia und weitere vielfältige und ertragsrelevante Gefahren bestens ab. Setzen Sie auf das Ertragsfungizid Cantus® Gold und treffen Sie bei Ihrem Rapsertrag voll ins Schwarze.

Autoren:

Helmut J. Herrmann (Leiter Beratungstechnik Deutschland) und Hervé Vantieghem (Leiter Kulturenmanagement Raps), BASF SE


Quellen:

• 61. Deutsche Panzenschutztagung – 11. bis 14. September 2018 – Universität Hohenheim, Xiarong Zheng, Annette Pfordt, Sarah Bartsch, Laxman Khatri, Alice Eseola Bisola, Harald Keunecke, Andreas von Tiedemann

• Bundesweites „Verticillium-Monitoring“, Bewertung von Diagnosesicherheit und Risikofaktoren, Dr. P. Steinbach et al.; Raps 01/2005

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