Hohe Rapserträge erfordern konsequentes Handeln
Ausgangslage: Der Winter hat das Wachstum des Winterrapses gebremst, die im Herbst aufgebauten Krankheiten jedoch nicht beseitigt. Mit dem Vegetationsstart ist weiterhin relevanter Krankheitsdruck zu erwarten.
Risikoprofil: Phoma und Cylindrosporium bleiben früh wirksam, während Verticillium als verdeckte Abreifekrankheit erhebliche Ertragsverluste verursachen kann. Während der Blüte besteht bei feucht-warmen Bedingungen ein erhöhtes Sklerotinia-Risiko.
Handlungsbedarf: In intensiven Anbauregionen sind vorbeugende, aufeinander abgestimmte Maßnahmen über Herbst, Frühjahr und Blüte notwendig, um Pflanzen gesund zu halten und die Abreife zu sichern.
Wirtschaftliche Bewertung: Eine konsequente, systematische Strategie ist wirtschaftlich sinnvoll und Grundlage für stabile, hohe Rapserträge.
Der erste „richtige“ Winter seit vielen Jahren hat seine Spuren im Raps hinterlassen. Nach mehreren Jahren ohne andauernden Frost besteht die Hoffnung, dass Krankheiten im Raps keine große Rolle mehr spielen. Durch massiven Blattverlust sowie eine lange Vegetationsruhe, scheint der Raps gesund aus dem Winter zu kommen.
Die Frage ist, haben die Krankheiten durch den Winter an Bedeutung verloren?
Bis Ende des Jahres 2025 wuchs der Raps bei Temperaturen deutlich über 5 °C. Im Herbst dominieren mehrere Krankheiten das Geschehen im Winterraps. Neben der Wurzelhals- und Stängelfäule sind dies Cylindrosporium und, wenn auch nicht sichtbar, Verticillium. Alle im Herbst relevanten Krankheiten hatten genug Zeit, sich auf und im Raps auszubreiten. Der Winter hat zu einem Wachstumsstillstand geführt. Können die Krankheiten den Raps noch schädigen?
Wichtige Krankheiten im Winterraps
Wurzelhals- und Stängelfäule (Phoma lingam)
Feuchte Witterung mit moderaten Temperaturen im Herbst fördern den Befall mit Phoma. Wenige Stunden Feuchtigkeit reichen den Pilzsporen schon, um die jungen Rapspflanzen zu infizieren. Temperaturen von circa 10°C verlangsamen zwar die Symptomausbildung auf den Blättern, aber die Infektion der Pflanzen findet statt. Wohingegen Temperaturen über 20 °C schnell zu den Symptomen führen, aber die Ausbreitung im Bestand beeinträchtig ist. In der Zeit bis Ende Dezember hat sich Phoma im gesamten Bestand ausgebreitet. Während der Frostperiode wurde dieser Zustand bis zum 20. Februar eingefroren. Mit beginnendem Wachstum im Frühjahr wird der Pilz Phoma sich in den Pflanzen weiterentwickeln. Sobald der Pilz wieder gute Bedingungen vorfindet, kann es in der Folge zu einer erneuten Infektion durch Sporen kommen. Die Symptome werden dann zur Abreife sichtbar.
Weiße Blattfleckenkrankheit (Cylindrosporium concentricum)
Milde Winter haben in den letzten Jahren die Ausbreitung von Cylindrosporium begünstigt. In Küstennähe fand der Pilz nahezu durchgehend günstige Infektionsbedingungen vor. Aus Großbritannien ist bekannt, dass der Pilz über Winter die Pflanzen infizieren kann. Diese Infektionskette wurde im vergangenen Winter zwar unterbrochen, aber die Ausbreitung des Befalls wird kühl-feuchte Witterung im Frühjahr gefördert. Der Frost zerstört nicht den Pilz. Der Unterschied zu den vergangenen Jahren ist, dass eine Fungizidanwendung mit Architect® im Herbst den Befall sehr gut reduzieren konnte. Somit ist die Kontrolle der Krankheit mit einsetzendem Wachstum relativ einfach. Architect® hat eine überragende Wirkung gegen diesen Pilz. Somit sind bei zweimaliger Behandlung mit Architect® , die Bestände im Frühjahr befallsfrei.
Rapswelke (Verticillium longisporum)
Die dritte nicht zu unterschätzende Krankheit ist Verticillium. Häufig wird sie als Fruchtfolgekrankheit beschrieben. In engen Rapsfruchtfolgen der letzten 30 Jahre hat sich das Potential der Erreger im Boden aufgebaut. Da der Pilz auf vielen verschiedenen Pflanzenarten überleben und sich auch vermehren kann, kann durch eine weitgestellte Fruchtfolge der Schaden nur noch bedingt begrenzt werden. Zur Befallsminderung müssen daher alle Maßnahmen zur Stärkung Rapspflanze im Vordergrund stehen. Der Pilz tritt erst zum Zeitpunkt der Abreife in Erscheinung. Demgegenüber werden die Rapspflanzen schon im frühen Jugendstadium vom Pilz besiedelt. Eine direkte Wirkung von Fungiziden lässt sich nur im Labor nachweisen. Architect® kann im Labor den Pilz sehr gut kontrollieren. Auf dem Feld kann Architect® den Pilz in seiner Entwicklung ausbremsen und ist damit das stärkste Fungizid zur Eindämmung dieser Krankheit. Dieses geschieht durch eine Stärkung der Rapspflanzen. Nur eine kontinuierliche Stärkung der Rapspflanzen von der Aussaat bis in die Blüte bringt die größten Erfolge. Eine maßgebliche Aufgabe erfüllt das F500®. Es ist Teil von Architect® und Cantus® Ultra .
Weißstängeligkeit (Sklerotinia sklerotium)
In der Rapsblüte besteht die Gefahr, dass Sklerotinia den Raps schädigt. In den letzten Jahren gab es nur vereinzelt Schäden durch diesen Pilz. Häufig waren zwar die Apothecien, die für die Infektion notwendig sind, zu finden, aber die äußeren Bedingungen waren für den Pilz nicht optimal. Aus den Apothecien werden zum Zeitpunkt der Blüte Sporen ausgeschleudert und landen dann in den Blattachseln der Rapspflanzen. Hier können sie bei guten Bedingungen auskeimen.
In diesem Jahr könnte aufgrund des ausgeprägten Winters die Rapsblüte wieder im Mai stattfinden. Dies kann dazu führen, dass der Pilz die Rapspflanzen sehr gut besiedeln kann, da die Blüte und das Ausschleudern der Sporen zum optimalen Zeitpunkt stattfinden. Notwendig sind feuchte Bedingungen rund um die Vollblüte. Dabei haben vergangenen Jahre gezeigt, dass nicht viel Feuchtigkeit notwendig ist, um Sklerotinia im Boden zum Keinem zu bringen. Entscheidend sind die Bedingungen, die der Pilz auf der Rapspflanze vorfindet. Die Sporen fliegen in die Blattachseln. Wenn dann ein abfallendes Blütenblatt sich über die Spore in der Blattachsel legt, kann es zur Infektion kommen. Wichtig sind Temperaturen von mindestens 15°C und ausreichende Luftfeuchte. Die Krankheit kann nur vorbeugend kontrolliert werden. In den letzten Jahren mit nur sehr geringem Befall war das Fungizid nachrangig für die Kontrolle der Krankheit. Daher führten auch vermeintlich billige Lösungen zu einem Erfolg. Ohne Befall, braucht das Fungizid nicht zu wirken. In diesem Jahr sind die Bedingungen wieder günstiger für Sklerotinia. Mit Cantus® Ultra gelingt die Kontrolle der Abreifekrankheiten hervorragend.
Kontrolle der Krankheiten
In den intensiven Rapsanbauregionen Mecklenburg-Vorpommerns und Schleswig-Holstein ist es nicht mehr möglich, durch eine angepasst reduzierte Fungizidintensität den Raps zu guten Erträgen zu bringen. Enge Fruchtfolgen und ein feuchtes Küstenklima erfordern einen hohen Einsatz an Produktionsmittel. Die wichtigsten Krankheiten im Raps können nur durch eine Abfolge von Fungizideinsätzen kontrolliert werden. Der Einsatz von Architect® im Herbst sowie im Frühjahr kontrolliert neben Phoma auch Cylindrosporium nachhaltig. Der besondere Vorteil ist, dass der Pilz Verticillium durch den Einsatz deutlich gebremst wird. Da Verticillium erst in der Abreife in Erscheinung tritt, bleibt der Erfolg der Behandlungen lange Zeit nicht sichtbar. Zudem breitet sich Verticillium in der Pflanze erst mit einsetzender Abreife aus. Ziel muss es sein, diesen Prozess zu verzögern und somit eine gesündere Abreife zu sichern. Daher muss die Blütenbehandlung mit Cantus® Ultra stattfinden. Zahlreiche Versuche belegen den Erfolg des dreimaligen Einsatzes von Fungiziden. Raps ist eine intensive Kultur.
Warum im System behandeln?
Wie beschrieben, haben wir es mit einer Vielzahl von Krankheiten im Winterraps zu tun. Insbesondere der Pilz Verticillium führt zu deutlichen Ertragsverlusten. Den Pilz nachhaltig in der Pflanze zu bremsen, gelingt nur, wenn die Rapspflanzen gesund bis zur Ernte stehen. Viele Versuche belegen, nur in der konsequenten Abfolge der Behandlungen ist eine gesunde Abreife möglich. Der Pilz Verticillium wird nicht direkt bekämpft, aber in seiner Ausbreitung gehindert.
Der Krankheitsbefall im Winterraps kann nicht allein durch den Fungizideinsatz in Schach gehalten werden. Verticillium kann nur in Kombination mit allen pflanzenbaulichen Möglichkeiten kontrolliert werden. Die Fruchtfolge hat einen nachhaltigen Einfluss. Weitgestellte Fruchtfolgen haben in der Regel gesündere Rapspflanzen zur Folge. Auch Sortenwahl, Düngung und Bedingungen zur Aussaat entscheiden über das Auftreten der Abreifekrankheiten.
Entscheidend ist: die Blütenbehandlung muss die vorherigen Maßnahmen unterstützen. Dabei steht vor allem die Kontrolle von Sklerotinia im Vordergrund. Die stärkste Wirkung kommt vom Cantus® Ultra. Die große Herausforderung bleibt die Reduktion von Verticillium. In vielen Versuchen konnte der Effekt der Blütenbehandlung nachgewiesen werden. Keine andere Wirkstoffkombination erreicht die Gesundhaltung vom Raps wie Cantus® Ultra .
Der Erfolg basiert nicht nur auf der konsequenten Gesundhaltung des Rapses. Neben den Krankheiten Phoma, Cylindrosporium, Alternaria und Sklerotinia wird auch Verticillium deutlich reduziert. Insbesondere kommt hier die physiologische Aktivität vom Cantus® Ultra zum Tragen. Sichtbar wird diese Aktivität durch eine bessere Schotenplatzfestigkeit und deutlich grüneren Pflanzen. Jeder Tag Verzögerung von Verticillium bringt einen höheren Ertrag.
Ist der intensive Einsatz wirtschaftlich?
In mehr als 30 eigenen Versuchen sowie zahlreichen Versuchen von unabhängigen Versuchsanstellern konnte gezeigt werden, dass das Zusammenspiel der einzelnen Behandlungen wirtschaftlich war. Es wurden Nettomehrerlöse von bis zu 200 €/ha erzielt, wenn konsequent gehandelt wurde. Es zeigte sich immer wieder, wer Raps anbaut, muss bereit sein eine hohe Intensität zu gewährleisten. Dabei wurde wiederholt deutlich, dass es nicht reicht, vermeintlich billige Wirkstoffe einzusetzen. Erfolg stellte sich nur ein, wenn auch die Produktqualität der Fungizide stimmt. Eine herausragende Formulierung der Fungizide kann nicht kopiert werden. Daher geht kein Weg an Architect® und Cantus® Ultra vorbei.
Blüte bis zur Abreife schützen
Die sichere Kontrolle der Krankheiten während der Blüte und Abreife kann nur gelingen, wenn alle Pilze sicher bekämpft werden. Cantus® Ultra bietet mit seiner Breitenwirkung genau dieses. Zusätzlich werden die physiologischen Wirkungen gerade in der Abreifephase benötigt. Zum einen wird der Pilz Verticillium in seiner Ausbreitung reduziert, zum anderen erhöht sich die Schotenplatzfestigkeit deutlich. Damit wird eine längere Phase der Kornfüllung in den Schoten erreicht, ohne Gefahr zu laufen, dass die Schoten vorzeitig aufplatzen. Die Krankheiten Sklerotinia und Alternaria werden zudem sicher ausgeschaltet. Der entscheidende Vorteil ist die Kombination der zwei Wirkstoffe Boscalid® und F500®. In einer einzigartigen Formulierung ist es gelungen, sie optimal für die Kontrolle der Krankheiten verfügbar zu machen. Innovation zahlt sich aus.
Unsere Anwendungsempfehlung
Die wichtigsten Punkte
- Raps bleibt eine interessante Frucht
- Phoma, Cylindrosporium, Verticillium und Sklerotinia treten im intensiven Rapsanbau auf
- Die Krankheiten sind mit modernen Fungiziden sicher zu kontrollieren
- Architect® im Herbst und Frühjahr ist die Basis für hohe Erträge
- Cantus® Ultra sichert den Ertrag ab
- Intensiver Fungizideinsatz lohnt sich im Raps