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Landwirtschaft

Zwergrost, Gerste [Puccinia hordei]

Zwergrost

Ausbreitung/ Übertragung

Der obligate Parasit überdauert als asexuelle Myzelform nach der Ernte auf Nachschossern und Ausfallgetreide, bevor er im Herbst die Wintergerstebestände und im Frühjahr Sommergerste befällt. Der Erreger wird im Bestand über Wind durch asexuelle Uredosporen weiterverbreitet. Er ist sehr temperaturtolerant, kann bei 5° C noch wachsen und in milden Wintern Neuinfektionen verursachen. Bei Temperaturen zwischen 15 und 20° C und einer Luftfeuchte von 100% herrschen optimale Bedingungen für die Sporenproduktion und –keimung. Die Infektion erfolgt bei Blattnässe (z.B. Taubenetzung), dabei bildet die Spore einen Keimschlauch. Bei Tagesdurchschnittstemperaturen von über 15° C ist mit einer raschen Ausbreitung des Erregers zu rechnen. Heiße Sommertage mit über 30° C schwächen die Epidemie ab.

Vorkommen

Winter- und Sommergerste

Diagnose

Sichtbare Sporenlager sind auf der Blattoberseite, Blattscheide und manchmal auf der Blattunterseite zu finden. Sie brechen durch die Epidermishaut und bilden max. 0,5 mm große, hellbraune Pusteln. Im vergilbten Blatt findet man grüne Zonen um die Pusteln („Grüne Inseln“, da der Parasit auf lebendes Gewebe angewiesen ist).

Bekämpfung

Vorbeugende ackerbauliche Maßnahmen

• Mehrmalige Stoppelbearbeitung

• Wintergerste nicht zu früh säen

• Sommer- und Wintergerste nicht benachbart anbauen

• Anbau frühreifer, wenig anfälliger Sorten

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