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Unternehmertum in der Landwirtschaft

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Die Ansprüche an das landwirtschaftliche Unternehmertum sind hoch. Es beginnt mit umfassendem praktischem Know-how zu Nutzpflanzen und -tieren sowie dem gesamten Betriebsmanagement. Immer mehr Landwirte wenden sich den Themen "Vermarktung und Vertrieb" intensiver zu.

Das ist nicht nur mit dem Klassiker der Direktvermarktung, dem "Hofladen", möglich. Auch Betriebe, die sogenannte Commodities (beispielsweise Getreide) erzeugen, beobachten Märkte und nehmen daran aktiv teil - sei es über Anbauverträge mit der Lebensmittelindustrie oder zumindest einer gezielten Vermarktung der Ernte in Tranchen, je nach vermuteten oder tatsächlichen Preisaussichten. Das Risiko (-management) ist ein elementarer Bestandteil des Unternehmertums - in der Landwirtschaft allerdings nicht nur unter ökonomischen Aspekten, denn zu den wirtschaftlichen Risiken kommen schwierig zu kalkulierende wie der Witterungsverlauf.

Christian Kügel: "Wir haben uns auf die Nischenprodukte Hopfen und Saatkartoffeln spezialisiert, kommen auf den Märkten gut zurecht und haben unsere Stellung bewiesen."

"Als Unternehmer braucht man den Rückhalt in der Familie und im gesamten Team.", sagt Kügel. Im Fall der Agrarbetriebe Kügel Gbr, so der offizielle Name des Unternehmens, funktioniert das reibungslos. Ehefrau Anika Kügel übernimmt als gelernte Bürokauffrau die Verwaltung, die Großeltern sind als Gesellschafter beteiligt und packen mit an. Christian Kügels älterer Bruder Martin ist für eine Saatkartoffel-Firma tätig, arbeitet aber jede freie Minute im Betrieb mit.

Der jüngere Bruder Alexander ist noch in der, selbstverständlich landwirtschaftlichen, Ausbildung, und wird in Zukunft ebenfalls unternehmerisch einsteigen. Für die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern gilt: Jeder weiß, was zu tun ist, und wenn es doch mal Probleme gibt, werden die sachlich und zielführend gelöst.

Erfolgreich in der Nische

Man kann sich aufeinander verlassen. Und das ist entscheidend, denn Christian Kügel "dreht ein großes Rad", sprich er übernimmt Verantwortung für einen Betrieb in dem Fehler, im wörtlichen Sinn, teuer zu stehen kommen könnten: "Wir haben uns auf die Nischenprodukte Hopfen und Saatkartoffeln spezialisiert, kommen auf den Märkten gut zurecht und haben unsere Stellung bewiesen." Der Hopfen aus der Hallertrau sei ein sehr hochwertiges Produkt und "Exportschlager". Da seien beste Qualitäten gefordert und die sind laut Kügel nur möglich, wenn man "im Einklang mit der Natur arbeitet". Das landwirtschaftliche Know-how bildet dafür die Grundlage, doch mit der Arbeit auf den Feldern ist es nicht getan.

Landwirt als Vertriebsprofi

Der landwirtschaftliche Jungunternehmer investiert massiv. "Unser eigenes neues Hopfenerntezentrum befindet sich mitten im Bau und wird zur Ernte 2022 komplett fertig gestellt sein.", berichtet Kügel und fügt nicht ohne Stolz hinzu: "Es wird eines der größten, modernsten und Innovativsten Hopfenerntezentren in Europa." Das Hopfenzentrum verdeutlicht die vielfältigen Ansprüche an das landwirtschaftliche Unternehmertum. Alles muss stimmen - von der Finanzierung über die Planung und den Bau bis hin zum Betriebsstart. Parallel laufen Anbau, Pflegemaßnahmen und Ernte in den Feldbeständen der Nutzpflanzen.

Eine echte, nebenbei eigene, unternehmerische Innovation stellt für Christian Kügel die Vermarktung seiner (Saat-)Kartoffeln dar. Der Betrieb verfügt über lange Erfahrung in dieser Sparte, stand jedoch vor einigen Jahren vor der gleichen Herausforderung wie andere Erzeuger: Übergrößen lassen sich nicht als Saatkartoffeln vermarkten. Mit unternehmerischem Spürsinn recherchierte der bayerische Landwirt einen lukrativen Vermarktungsweg.

Große Kartoffeln sind zwar als Saatgut ein Problem, aber in Süd- und Osteuropa auf dem Markt als Speisekartoffeln gefragt. Mit dieser Erkenntnis organisierte Kügel den Vertrieb in diese Regionen und nahm den Wettbewerb auf. Das Ergebnis stellt ihn mehr als zufrieden. Er und seine Partner könnten "so Geld verdienen, das ansonsten der Großhandel bekommen hätte". Auf die Frage, ob er noch andere Ideen habe, um seinen Betrieb künftig zu entwickeln, antwortet Christian Kügel mit einem spontanen "ja klar". Und um die zu besprechen, bittet der Landwirt aus der Hallertau erst mal zu Tisch.

Rund 263.000 Betriebe weist das statistische Bundesamt in seiner Landwirtschaftszählung für das Jahr 2020 aus. Und keine Branche dürfte in Deutschland so präsent sein. Die 16,6 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche entsprechen etwa der halben deutschen Landesfläche. Mit anderen Worten: Landwirtschaft ist hierzulande fast überall gegenwärtig und das seit langer Zeit.

Erst seit wenigen Jahrzehnte ist dagegen der Begriff "landwirtschaftlicher Unternehmer" üblich. Vor allem jüngere Landwirtinnen und Landwirte legen darauf Wert, weil sie damit ausdrücken möchten, dass sie mehr können als nur "ackern".

Ausbildung als Schlüsselfaktor

Das vielfältige Aufgabenspektrum des landwirtschaftlichen Unternehmertums erfordert eine solide Ausbildung. Der DBV spricht von einem hohen Ausbildungsgrad . Demnach hat ein Großteil aller landwirtschaftlichen Betriebsleiter und Geschäftsführer (w/m/d) eine abgeschlossene landwirtschaftliche Berufsausbildung. Auch in Haupterwerbsbetrieben, Personengesellschaften und juristischen Personen ist der landwirtschaftliche Ausbildungsgrad laut DBV mit 83 bis 85 Prozent relativ hoch.

Betriebsstrukturen im Wandel

Mit dem Begriff "landwirtschaftliches Unternehmertum" geht ein Strukturwandel innerhalb der Agrarwirtschaft einher. Der Trend zu größeren Betrieben ist seit Jahrzehnten ungebrochen. Während in Ostdeutschland historisch begründet große Betriebe mit Angestellten vielfach üblich sind, zeichnet sich der Trend zu den Mitarbeitern außerhalb der Familie in den westlichen Bundesländern allmählich ab. Zwar ist im Westen der Familienbetrieb in der Landwirtschaft immer noch der Standard. Doch mit dem Wachstum steigt der Bedarf an dauerhaften Arbeitskräften, die nicht zur Unternehmerfamilie gehören. Selbst für gute ausgebildete Landwirtinnen und Landwirte stellt sich damit eine neue Herausforderung: Mitarbeiter/-innen gewinnen und führen. Dieser Aspekt dürfte in der landwirtschaftlichen Ausbildung fraglos wichtiger werden. Nach den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) gibt es derzeit 937.000 landwirtschaftliche Arbeitsplätze in Deutschland . Diese trotz aller Technik immer noch körperlich anstrengenden Jobs - mit Arbeitsspitzen unter anderem während der Erne - verlangen mehr als nur "Arbeitskraft". Es geht um Motivation und für diese ist der landwirtschaftliche Unternehmer (mit-) verantwortlich.

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