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Landwirtschaft

Sechs digitale Experimentierfelder starten I AIZ

23.10.2019

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner übergab heute die Förderbescheide für die ersten sechs digitalen Experimentierfelder auf landwirtschaftlichen Betrieben und in ländlichen Räumen. Hierfür hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in den kommenden drei Jahren Mittel in Höhe von über 50 Mio. Euro eingeplant. Mit den Experimentierfeldern fördert das BMEL die Digitalisierung in der Landwirtschaft. Die digitalen Testfelder sollen helfen, digitale Techniken für Pflanzenbau und Tierhaltung zu erforschen und deren Praxistauglichkeit zu testen.


Mit den digitalen Experimentierfeldern hat das BMEL ein neues Förderinstrument etabliert, um Potenziale der Digitalisierung in der Landwirtschaft optimal zu nutzen. Experimentierfelder sind digitale Testfelder auf landwirtschaftlichen Betrieben, auf denen beispielsweise untersucht werden soll, wie digitale Techniken optimal zum Schutz der Umwelt, Steigerung des Tierwohls, der Biodiversität und zur Arbeitserleichterung eingesetzt werden können. Auch für Start-ups bietet sich hier die Möglichkeit der Zusammenarbeit. Für interessierte Praktiker sind die Experimentierfelder Anlaufstellen, sich über die Möglichkeiten der Digitalisierung in der Landwirtschaft zu informieren.


Die ersten beiden Experimentierfelder sind im September 2019 gestartet, weitere vier nun im Oktober. Bis Anfang 2020 sollen dann alle 14 Experimentierfelder eingerichtet sein - acht im Bereich Pflanzenbau, drei in der Tierhaltung und drei bereichsübergreifend. Insgesamt waren 25 Skizzen eingereicht worden. Die Experimentierfelder werden über ganz Deutschland verteilt etabliert und haben unterschiedliche Schwerpunkte. Die aktuell gestarteten Experimentierfelder befassen sich mit so unterschiedlichen Themen wie der Nutzung des neuen Mobilfunkstandards 5G in der Landwirtschaft, der optimalen Zusammenarbeit von Landmaschinen durch digitalen Datenaustausch in der Pflanzenproduktion zur Reduzierung des Einsatzes von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, der tiergerechten Haltung von Milchkühen durch den Einsatz digitaler Techniken sowie deren Nutzung in kleinen landwirtschaftlichen Betrieben.

Bereits gestartete Experimentierfelder

  • Landnetz - TU Dresden (Koordinator) - Thema: Flächendeckende Kommunikations- und Cloudnetze für Landwirtschaft 4.0 und den ländlichen Raum
  • Express - Uni Leipzig (Koordinator) - Thema: EXPerimentierfeld zur datengetRiebenen VErnetzung und DigitaliSierung in der LandwirtSchaft
  • Agro-Nordwest - Agrotech Valley Forum (Koordinator) - Thema: Projekt zur hersteller-übergreifenden praxisorientierten Weiterentwicklung von Digital Farming-Lösungen im Pflanzenbau
  • BeSt-SH - Forschungs- und Entwicklungszentrum Fachhochschule Kiel GmbH (Koordinator) - Thema: Betriebsleitung und Stoffstrommanagement - vernetzte Agrarwirtschaft in Schleswig-Holstein
  • Diabek - Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (Koordinator) - Thema: Digitalisierung anwenden, bewerten und kommunizieren - Kooperation zwischen familiengeprägten Ackerbaubetrieben und praxisnahen Bildungseinrichtungen
  • Digimilch - Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (Koordinator) - Thema: Digitalisierung in der Milcherzeugung – Demonstration, Erprobung und Bewertung neuer digitaler Produkte und Services entlang der landwirtschaftlichen Produktionskette Milch


Digitale Testfelder als Innovationstreiber

Die Digitalisierung bietet viele neue Möglichkeiten, um den landwirtschaftlichen Beruf attraktiver, zukunftsfester und erfolgreich zu gestalten.


Bundesministerin Julia Klöckner sieht mit Blick auf die Agrarpolitik die Digitalisierung als Instrument gegen Schwarz-Weiß-Denken, um die Ideologiefalle zu lösen: "Denn wenn wir weniger Pflanzenschutzmittel einsetzen wollen, heißt die Antwort nicht Totalverbot von allem, sondern präziseres und bedarfsgerechtes Ausbringen. Das Wort Präzisionslandwirtschaft wollen wir mit Leben und mit konkreten Entwicklungen und Anwendungen füllen. Durch Digitalisierung können Pflanzen passgenauer geschützt und unterstützt oder das Tierwohl bewertet und verbessert werden. Nicht nach subjektivem Bauchgefühl, sondern auf der Grundlage von Daten, Fakten und Wissenschaft", betont Klöckner.


Die digitalen Testfelder können vor diesem Hintergrund Innovation- und Akzeptanztreiber in einem sein, indem sie auch beim Umwelt- und Naturschutz zur Nachhaltigkeit insgesamt beitragen.


Kompetenznetzwerk für Digitalisierung in der Landwirtschaft etabliert

Zur Gründungssitzung des Kompetenznetzwerks "Digitalisierung in der Landwirtschaft" trafen sich rund 30 Experten aus der Wissenschaft, von Verbänden sowie die Sprecher der Experimentierfelder. Die Leitung des Netzwerks übernimmt die Digitalisierungsbeauftragte des BMEL, Frau Prof. Dr. Hessel. Die Mitglieder des Kompetenznetzwerks werden die Experimentierfelder mit viel Digital- und Agrarkompetenz unterstützen und begleiten. Sie tragen zur Vernetzung und wissenschaftlichen Begleitung bei und verstärken Synergieeffekte. Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen aus allen Bereichen der Digitalisierung in der Landwirtschaft sollen im Netzwerk analysiert und Lösungsvorschläge erarbeitet werden. Das Kompetenznetzwerk soll zweimal jährlich tagen und erhält zur Unterstützung eine Geschäftsstelle in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).


Hintergrund

Mit der Digitalisierung und der Landwirtschaft treffen hochkomplexe Systeme aufeinander. Um Vorteile auch für die Gesellschaft besser nutzen zu können, hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) das Zukunftsprogramm Digitalpolitik Landwirtschaft entwickelt. Dieses zeigt die zugehörigen Maßnahmen und Planungen des BMEL auf und hat das Ziel, die Weiterentwicklung der Digitalisierung gezielt zu unterstützen. Bis zum Jahr 2022 sind 60 Millionen Euro für die Digitalisierung und Modernisierung in der Landwirtschaft eingeplant - das ist wichtig für die Zukunftsfähigkeit der Branche und die Attraktivität der Grünen Berufe.

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